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NEIN! Ein Wort, (k)eine Bedeutung

NEIN! - Ein Wort, (k)eine Bedeutung

Hund Fridolin zieht an der Leine zu einem anderen Hund hin. NEIN! ertönt es vom anderen Ende der Leine. 

Fridolin springt freudig auf die Nachbarin zu. NEIN! folgt sofort.

Als Fridolin zu Hause auf das Sofa hüpft, hört er wieder ein lautes NEIN!

Es ist menschlich, dass wir dieses Wort verwenden, wenn wir etwas nicht wollen. In der Hundeerziehung benutzen wir es ebenfalls, meist sogar sehr häufig. 

Jedes Kommando lernen wir unserem Hund: Sitz!, Platz!, Hier! …. Und was bedeutet eigentlich Nein?
Die wenigsten haben das Wort und die Bedeutung dem Hund wirklich gelernt. Die meisten glauben, dass ein Hund die Bedeutung dieses Wortes versteht.

Versteht ein Hund wirklich die Bedeutung von NEIN?

Es funktioniert oft, dass mein Hund von etwas ablässt oder mit der aktuellen Tätigkeit aufhört, wenn ich Nein! rufe.

Der Hund hat jedoch mit dem Kommando NEIN! meistens gar nichts Bestimmtes verknüpft, sondern reagiert nur auf die Stimmung und die Körpersprache des Menschen.

Ausgenommen, das Kommando wurde wirklich als Abbruch aufgebaut. Ansonsten kann ich genauso gut „Krapfen“ sagen, mit der gleichen Motivation wie beim NEIN! und mein Hund wird wie beim NEIN! reagieren.

Warum ich kein Fan von NEIN! bin

Der erste Grund, warum ich kein Fan dieses Wortes bin, ist, dass es selten in seiner Bedeutung beigebracht wurde. 
Der zweite Grund ist, dass es sowohl für unsere Hunde als auch für uns wesentlich angenehmer ist, zu wissen WAS wir eigentlich TUN sollen, was von uns eigentlich erwartet wird.

Im Job bekomme ich auch lieber klare Infos, was meine Aufgabe ist. Das gibt mir einerseits mehr Sicherheit, andererseits wissen beide Seiten was verlangt wird und was gewollt wird.

Das kann man 1:1 in die Hundeerziehung nehmen. Stellt euch einmal Situationen vor, wo ihr NEIN! zu eurem Hund sagt, und was er da gerade tut, bzw. was ihr eben NICHT wollt. Und dann schaut euch diese Situation von der anderen Seite an und überlegt euch WAS WOLLT ihr denn von eurem Hund. 

Am besten eignen sich Kommandos oder Infos an den Hund, die mit dem was er gerade für uns Ungewünschtes macht nicht kompatibel sind.

BEISPIELE

Anstelle von einem NEIN! bei der Tür, einfach einmal ein WARTE!

Anstelle von einem NEIN! beim anspringen, ein SITZ!
(Pfoten am Boden = Pfoten nicht am Mensch!)

Wann NEIN! Sinn macht

Für mich ergibt die Verwendung des Wortes NEIN! dann einen Sinn, wenn dadurch eine Tätigkeit abrupt unterlassen,  sofort abgebrochen werden soll.

Ein Beispiel dazu:

Sabrina kommt zu Besuch und bringt einen Geschenkkorb mit. Mein Hund Fridolin düst hin und beschnuppert den Geschenkkorb ausgiebig. 

Ich möchte nicht, dass seine Nase im Korb herumwühlt. Was er tut, ist mir egal, aber DAS was er gerade macht, soll er sofort beenden.

Für diese Zwecke baue ich ein Abbruchkommando auf, welches positiv aufgebaut wird und dem Hund signalisiert: Lass das, was du gerade tust, sofort sein.

Ich unterbreche also Fridolins Tun mit meinem  Abbruchkommando NEIN!.
Er bricht sein Schnüffeln ab und schaut mich an. Ich locke ihn weg und belohne ihn. 

Weil dieses Abbruchkommando positiv aufgebaut ist, wendet sich Fridolin freudig ab und ich muss weder grantig noch mit Nachdruck das Kommando geben. 

Der Vorteil ist auch, dass ein positiv aufgebautes Abbruchkommando in Entfernung wirkt, denn das NEIN! mit einer bedrohlichen Körpersprache entfaltet ja nur in meinem direkten Umkreis eine Wirkung, wenn ich also direkt neben meinem Hund stehe.
Viele schlaue Hunde kapieren sehr schnell, dass in einer Entfernung von zehn Metern von seinem Menschen keine Konsequenzen drohen. 

Da ich auf den Abbruch IMMER reagiere, ist das kein Wort, was im Alltag einfach so gesagt werden sollte ohne, dass ein Feedback meinerseits folgt!

PRAXISTIPPS

Gehe bewusst durch den Tag und überlege dir, bevor du ein NEIN! aussprichst, weil dein Hund etwas macht, das du nicht möchtest, was er statt dessen tun soll.

Du wirst merken, dass das Verlangen von gewünschtem Verhalten den Hund eher dazu bringt, deine Wünsche zu befolgen und dich besser zu verstehen. Es bringt euch beiden eine viel bessere Stimmung, als das andauernde NEIN!

Ich wünsche euch viel Spaß und Freude dabei!

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Martina Patka
Diplom Hundetrainer und
Verhaltensberater

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